Prüfungsangst

Wie geht es Dir in der Schule, im Studium oder im Leben, wenn es darauf ankommt, auf den Punkt abzuliefern? Viele Menschen haben enorme Schwierigkeiten, ihr Wissen in Prüfungssituationen verfügbar zu haben. Ohne diese besondere Situation gar kein Problem, nur wenn Du weißt, dass es um etwas geht, beispielsweise eine Note oder eine Bewerbung, kommen Angstschweiß, Lampenfieber, innere Unruhe, Versagensängste oder Panik?!

 

Die wenigsten Menschen wissen, dass dies nicht sein muss. In den vielen Jahren des Coachings waren es meist Referenzen der Eltern, die der Auslöser für die Angst waren, oder frühe eigene Schulerlebnisse. Die folgende Bewertung beschreibt einen typischen Fall, der zeigt, dass die Zusammenhänge zwischen Prüfungsangst und dem Auslöser oft nicht logisch sind.

 

Bewertung:

Hallo Peter,

Nachdem Du mich gefragt hast, ob ich mein Thema hier erklären kann, habe ich lange gezögert. Ich stehe nicht so gerne in der Öffentlichkeit, möchte Dich jedoch gerne unterstützen, genau wie Du für mich da warst. 

Es war 2016 und ich kam zu Dir und hatte Prüfungsangst. Ich bin bis  heute beeindruckt, was Du mich hast erleben lassen. 

Peter testete kinesiologisch, wo der Ursprung war für diese Angst und dies war erstaunlicherweise eine Situation in meinem 2. Lebensjahr. 

Er versetzte mich in Trance und wir gingen zu diesem Schlüsselmoment. Ich lag als 2 jähriges Kind auf einer Decke und sah, wie mein Vater meine beiden Geschwister windelweich gehauen hat. Ich fühlte Angst, Hilflosigkeit, Schuldgefühle und Überforderung. 

Ich verstand in diesem Moment, als 2 jähriges Kind, jedoch nicht die Zusammenhänge der Situation und auf dem Höhepunkt der Gefühle (mir ging es wirklich schlecht) ließ mich Peter zu meinem Vater werden.

Jetzt werden die meisten sehr verwundert oder skeptisch sein, ich kann euch jedoch versichern, in dem Moment wusste ich, dass es stimmte. Ich erkannte an meinem Verhalten in der Situation und im Gespräch mit Peter all die kleinen Wesensarten meines Vaters, auch Worte die nur er sonst verwendet. Es war beeindruckend und beängstigend zugleich. Nie hätte ich mir träumen lassen mal in die Welt meines Vaters einzusteigen.

Nun, ich schweife ab. Als mein Vater war ich vollkommen verwirrt und überfordert mit der Situation. Ich, also er, hatte seine beiden Erstgeborenen geschlagen. Als er sah ich auf die kleinen runter und erkannte seine vollkommen überzogene Reaktion und fühlte, was er fühlte.

Was war passiert? Meine Geschwister, sie sind Zwillinge und etwas mehr als 1,5 Jahre älter als ich, wollten eine steile Leiter emporsteigen, auf den Dachboden. Die Luke stand offen und mein Vater kam hinzu, sah meine Brüder und schrie los. Mit einem Satz war er auf er Leiter gewesen und hat sie runtergerissen. 

Mein Vater fühlte in diesem Moment Todesangst und ich gleich mit. Er hatte die beiden am Kragen geschnappt und mit Gewalt von der Leiter gezerrt. Am Boden riss er beide über seine Knie und schlug unkontrolliert drauf los.

Als Peter mich (stellvertretend für meinen Vater) fragte, wieso er denn so unverhältnismäßig stark reagiert habe, zuckte er vollkommen verzweifelt und schuldbewusst mit den Schultern. Ich fühlte, dass er keine Ahnung hatte, wieso er das jetzt getan hatte.

Im nächsten Schritt haben wir getestet, wo der Ursprung dieses Verhaltens lag. Es war das 7. Lebensjahr meines Vaters und es war Kriegsende. Er lief weg vor einem Mann in Uniform. Der Mann kam schreiend auf uns zu und mein Vater lief weg.

Wieder fühlte er/ ich Todesangst. Als der Mann uns kurz vor dem Waldrand erreichte, schlug dieser hart und unbarmherzig auf meinen Vater ein.

Ich wurde bewusstlos… Als ich zu mir kam, hatte der Mann meinen Kopf gestreichelt und redete leise zu mir. 

Ich wollte voller Panik auf ihn einschlagen, mich wehren, allerdings hielt er mich fest und beruhigte mich. 

Erst später erzählte mir Peter, dass er es war, der mich hielt. Ich sah in dem Moment aus den Augen meines Vaters seinen Vater. Er war aus dem Krieg zurück gekommen und hatte seinen Sohn davor bewahrt, in einen verminten Wald zu laufen. Er hatte seinem Sohn das Leben gerettet, allerdings war er durch die schweren Traumata des Krieges nicht in der Lage gewesen seine Angst zu zügeln.

Nach dem Verstehen der Situation und der Vergebung meines Vaters seinem Vater gegenüber und der Vergebung meinerseits meinem Vater gegenüber war die Prüfungsangst sofort wie weg. Das anstehende Assessmentcenter bestand ich mit Bravour und erhielt die Stelle, auf die ich mich beworben hatte. Bis heute habe ich nie wieder eine Prüfung verpatzt.   

Danke Peter für Dein Engagement

Jürgen Morgenstern

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